Soundtüftler Arnalds hat für "Re:Member" eine besonderer neue Software namens "Stratus" benutzt, die das Klavier quasi neu erfindet: Der Musiker selbst sitzt dabei an einem zentralen Klavier, das zwei andere – durch "Stratus" selbstspielende Klaviere – ansteuert. Die dadurch entstehenden loopartigen und luftigen Harmonien erscheinen wie wie Wolkengebilde, die sich sanft vorwärtsbewegen und übereinander schieben.
Der Begriff Stratus bezeichnet im Übrigen eine niedrig hängende Schichtwolke, die bis zur Erdoberfläche reichen kann und auch als Hochnebel bekannt ist. Eine schönere Metapher für Arnalds Musik kann man eigentlich nicht finden.
Bei der Single "unfold" arbeitete der Musiker mit dem britischen Electronica-Star SOHN zusammen, bei dem die mysteriösen, verhangenen Melodien des Piano-Trios von einer 808-Bassdrum pulsierend angetrieben werden. Um den Song schwebt zudem stets wolkenfetzenartig ein Streichquartett, bis am Ende ein mehrstimmiger Gesang an Sigur Rós denken lässt.
Video: "Unfold (Feat. SOHN)"
Zu dem innovativen Einsatz dieser neu entwickelten Software kommen noch ein Streichquartett, Synthesizer und Schlagzeug hinzu, so dass sich Arnalds wie seine experimentierfreudigen Kollegen Nils Frahm, Poppy Ackroyd oder Hauschka im weiten Feld der Neo-Klassik befindet, die letztendlich nur ein Ziel hat: Die Neu-Erfindung der Klassik. Sein Ansatz mit klavierspielenden Robotern ist dabei so radikal wie logisch zugleich und macht "Re:Member" zur "Mensch-Maschine" der neuen klassischen Musik.
Wer sich in diesen unwirklichen Welten verlieren will, kann sich den Isländer bei einigen Deutschland-Terminen live ansehen und anhören:
Ólafur Arnalds 2018 Tournee:
05.10.2018 Hamburg, Elbphilharmonie *ausverkauft*
07.10.2018 Kurhaus, Wiesbaden
08.10.2018 Ludwigsburg, Forum
10.10.2018 Leipzig, Gewandhaus
11.10.2018 Berlin, Tempodrom
15.10.2018 Linz, Posthof
17.10.2018 Zürich, Volkshaus