Nerve Up

Nerve Up

Lonelady

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Brauchen wir wirklich ein weiteres Album, das Post-Punk von A-Z dekliniert? Auf dem die Gitarre messerscharfe Licks ausspuckt, wie Gang Of Four sie geprägt haben? Ja, denn für Lonelady sind sie die richtigen Ausdrucksmittel auf „Die Beschissenheit der Dinge“ aufmerksam zu machen.

Download & Stream: 

So trostlos, wie Julie Campbell alias Lonelady ihre Heimatstadt Manchester auf „Nerve Up“ skizziert, wirkte die Stadt beim letzten Besuch gar nicht auf mich. Die Krise hat offenbar auch hier ganze Arbeit geleistet und ein Klima geschaffen, dem man nur ganz alleine als Lone Lady der Großstadt, einem stoischen stampfenden Beat und nervösen Zuckungen beikommen kann.

Beeindruckend, was Julie Campbell in vier Wochen mit Hilfe des Produzenten Guy Fixsen auf die Beine gestellt hat. Reduziert-nüchterne Instrumentals treffen auf Nerven zerfetzende Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit ist der beste Brennstoff für zackig-knackige Gitarrenriffs. „Nerve Up“ ist musikalischer Minimalismus, der reflektiert, dass die Realität viel trostloser ist als es uns unser Facebook-Twitter-Google-Eskapismus vorgaukelt. Im April ist Lonelady auf Tour, präsentiert von Tonspion.

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