Herpes, deren erklärte Vorbilder Bands wie Devo oder Plastic Bertrand sind, spielen Punk gerade so, als wäre es der allerneueste Shit. Das Gaspedal immer auf Anschlag und mit maximal 2 Minuten pro Stück. Dazu rotzige Texte über das Leben in Berlin im Jahr 2010. Jammern sollen andere. Herpes kopieren ihre Vorbilder nicht einfach nur, sie machen aus den Einflüssen ihr ganz eigenes Ding. Und sie machen es gut und mit der nötigen Portion Dreck. Keine Experimente, aber auch keine Kompromisse.
Jetzt veröffentlicht die Band ihr Debütalbum "Das kommt vom Küssen" auf Tapete Records und schafft es darauf, die unbändige, fast hysterische Energie ihrer Live-Shows einzufangen. Trotzdem muss man die Band live sehen, denn Punk war schon immer ein Live-Ding, ein Happening und es ist eine wahre Freude zu sehen, wenn der hyperaktive Frontmann Florian Pühs ins Publikum springt oder es beschimpft, wenn es nicht so recht aus sich raus kommen will. Herpes machen Musik zu der man Pogo tanzen und laut "Scheiße, ja!" schreien will und mehr kann und darf man von Punk auch 30 Jahre später beim besten Willen nicht verlangen.






